Träne

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Der Nordwind bläst,

durch die Nacht so kalt,

bringt Schnee mit sich,

in diesen Wald.

Eine Träne rollt, doch nur sehr träge,

sie steht fast still.

Das Feuer der Emotion längst verflogen,

denn sie ist kalt und hart.

In des Winters festen griff erstarrt

Der Trauer entsprungen

und in den Tropfen eingedrungen,

gefrorenes Mahnmal eisig kalt.

Alles wirkt matt,

mit zartem weiß überzogen.

Kristalle sitzen auf Moos und Rinde

auf dunkler Erde und heller Haut.

Tosende stille, nicht ein Laut.

Man hört kein Knirschen, kein Knacken,

selbst der Wind in den Kronen flüstert nicht.

Starrer Blick, jeder Emotion beraubt.

Eine Lücke im Wolkenverhangenen Himmel

offenbart des Vollmonds Pracht

Flüchtig scheint sein Licht

in Ausdruckslose Augen.

Haut und Schnee funkeln kalt

im Schein des Wächters der Nacht.

Nebelschwaden ziehen heran,

wie Wasser das langsam fließt.

Hangeln sich von Stamm zu Stamm,

kriechen lautlos über zeitvergessenes Holz voran.

Im Schneegestöber dieser Nacht,

die Silhouette langsam verblasst.

Erkennst keine Augen, Keine Träne.

Der Winter, sie aufnimmt wie einen Gast.

Der Schnee, ihr ein Bett bereitet.

Umhüllt sie sanft und deckt sie zu.

Ein leises seufzen, vom Wind verbreitet.

Morgengrauen, das Erste Licht den Nebel Teilt.

Am Zweig der Birke längst verweilt.

Dort ein Tautropfen langsam rollt,

entlang der Rinde abwärts fließt.

Gleitet Träge doch nicht Erstarrt.

Der Tropfen strahlt, die Winde wehen,

doch keiner weiß, was war geschehen

und ihr Antlitz wart nie wieder gesehen.

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