rainy day woman

In by Jonas Gawinski0 Comments

du bindest mich an einen dieser morschen
baumstämme und wirfst mich in den gedanken
den du gerade ins leere flußbett gegossen hast
der dir so schnell flüssig wurde, scharf wie ein
eiszapfen, hast ihn aus mutters gefrierschrank
gebrochen, wo tausend kleine, in leinen gewickelte
herzen lagen, bereit wieder blut durch die körper
der bauarbeiter zu pumpen denen sie entrissen wurden
die mit ihrem presslufthammer löcher in die wörter
machten und mit schaufeln tiefer gruben
als jedes kind in der sandkiste, im aufgerissenen
erdegedicht. du steckst kleine nadeln durch die straffe
himmelshaut, eine schlangenhaut die du mir angezogen
hast mit jeder berührung. die telefone weinen
in der nacht, die uhren verwandeln sich in nacktschnecken
die du über mich kriechen lässt. hier experimentieren
kinder mit diesen schmierigen insekten: sie halten
glas über die verwandelten uhren und warten
bis die sonne sie auslöscht. weckst du mich
wenn ich zum brunnen schlafwandle um deinen namen
aus der tiefe zu ziehen? deinen namen der in meinen
händen hängt wie der kadaver eines leuchtendes lamms?
kannst du wieder lieben, wenn ich dich im sandkasten
vergesse? wenn ich dir ketten anlege, damit du
im innern des sommers bleibst? im tiefschlaf
auf den kalten steinen meiner gedichte schläfst?
kannst du wieder das mädchen sein, das mir auf die
finger weint, die gleich auf dem klavier
eine sinfonie in den morschen baumstamm verwandeln
an den du mich bindest, um wieder durch diesen gedanken
zu treiben, dass ich dich liebe?

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