notlagen

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1
noch gestern begrub
ich die wochen
vor ihrem entstehen
an den belegungsplänen
entlang

tatsächlich:
die landschaft aus
flachbildschirmen
liegt noch unberechnet vor

die dunstigen
raststätten bluten
in den himmel hinein
(in den heißen kaffeedampf
über den plastiktischen
unachtsam
stehen gelassen)

die satellitenschüsseln
auf den städten
kennen meine trauer
der herzschlag
meine urangst
(vor dem schmetterlingseffekt
dem alleinsein
meldungslos
gestrandet sein)

ich sah dir
beim ankleiden zu
(die sterne
an deinem rücken
trugen silberweißliches
fleisch und du sprachst
fest und
als hättest du deine
stimme in einem
tauschgeschäft erstanden)
2
die erdrosselte wirklichkeit:
selbstfremd fasse ich
in die simulierten
horizonte
wo ihre punkte in
den atmenden
wind gelegt
sind von
irgendeinem gedächtnis
grasgrün
märzkalt
glasfaser

mutter erzählte
von spanischen
impressionisten
begann dabei
scherben zu
weinen
und fliegenkörper
und keiner wusste
wieso

sorollas
altes fischerlicht
fiel ihr durch
die sonnenverbrannten
fingerkuppen
und jedes wort
meiner schwestern
die müde waren
aber nie einsam

vater vertelefonierte
seine eingezäunten
träume
solange sie
stillhielten
unter den rücksitzen
bis kurz vor schluss
die anschließenden wolkenbrüche waren vollgesogen
trächtig
von einfachem glück
und ich war einen tag der woche unbesorgt
die restliche zeit trug
nichts das man hätte
benennen
können
keinen
namen
keinen
verlauf

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