Line

In by Noemi Steuerwald0 Comments

Die Schatten werfen lange Linien,
sie hechten lechzend im Flug
hinüber zu der anderen Seite der Brücke.
Schatten zeichnen mit leichter Hand, was niemand sehen kann.

Balance-Akt
Auf dem Seil zwischen Dunkelheit und Licht.
Die Nacht flimmert im Takt,
der Beton macht, dass meine Sicht verwischt.

Wieder draussen bei den Wänden
am suchen und atmen und versuchen zu sagen,
den urbanen Limbus leise auf den Gleisen betasten,
Nachtigallenflug bunter machen, bebildern.

Die Stadt legt ab ihr Gewand
An diesen verborgenen Nebelwinkeln
Und ich sehe sie, wie sie wirklich
ist: hässlich und schön zugleich. 

Gähnend und tiefschwarz
lachen mir die Tunnelschlunde entgegen,
und meine Träume ranken sich zärtlich
hoch zum sternenlosen Smoghimmel.

Und es ist still. So still,
dass ich höre, wie der Wind eine Melodie
auf den Löchern meiner Seele spielt. 
Sie klingt schön und zerbrechlich. 

Und aus dem Augenwinkel, Schattenspiel,
Aus der Stille hinüber zu mir,
hoch über die bemalten Wände,
erhebt sich langsam die Schönheit aus der Tiefe.

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