Ich trank, um betrunken zu sein

In by Tamara Štajner0 Comments

Ich trank, um betrunken zu sein.
Ich trank viel zu schnell,
ein Glas und noch ein Glas,
als wäre es das Wasser gewesen,
noch ein Glas,
ich merkte nicht,
wie schlecht der Wein.
Ich trank, um betrunken zu sein.
Dort in der Bar.
Vor dem Spiegel wischte ich den schwarzen Strich weg,
mit einem Tuch berührte ich mich dort, wo ich eine Frau bin.
Unter dem Bettlaken hörte ich den muslimischen Gesang
in mich eindringen,
so schön betrunken.
Ich lauschte den Schritten,
das Zippen eines Reißverschlusses,
die Hose wieder einmal auf dem Boden.
Du hast dich neben mir gelegt
und ich hoffte immer noch.
Eine Zeit lang atmeten wir zusammen.
Mit einem Ruck wurden die Wellen deiner Brust langsamer
und ich hoffte nicht mehr.
Ich trank, um betrunken zu sein.
In der Früh sah ich unter der weißen Seide
zwei junge Knospen und entblößte Hüfte.
Das Licht wie an einem Sonntag,
als die Mutter die Vorhänge aushängte und die Fenster putzte,
scharf wie das Metall.
Ich werde auf dem Boden liegen und das Elend abreiben,
bis mir die Glieder nicht mehr zucken.

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