Bethlehem

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Bethlehem

Alles läuft verkehrt.
Wir laufen falschen Zielen nach,
falschen Göttern hinterher,
ins leere, in ein Niemandsland.
Kolonne der Enttäuschten.

Erst wurden Leben Karrieren,
jetzt sind sie nichts mehr wert.
Wir folgen toten Sternen,
denn noch haben sie nicht aufgehört
zu leuchten.

Uns’re Träume sind bankrott.
Die gute Zeit scheint lange her.
Der Leidenschaft wird das Maul gestopft
mit Geldscheinen. Sie schreit nicht mehr,
doch sie verhungert.

Wir haben so viel aufgebaut,
doch es nur kurz genossen.
Haben uns aus uns’rem eig’nen Haus
wie die Idioten ausgeschlossen.
Wer will sich noch wundern?

Jetzt kommen Menschen an uns’re Tür,
obdachlos durch Kriege,
die wir mit der Hinterhand führen,
an denen wir wenigstens mitverdienen.
Wir heißen sie vorsichtig willkommen.

Sie suchen ein bess’res Leben.
Freiheit, Frieden, Achtung.
Was davon können wir ihnen geben?
Uns’re Freiheit macht dumm,
uns’re Achtung ist käuflich. Und sonst?

Wie wird ihnen dieses Land
der geistig Armen wohl gefallen?
Steif und müde, blass und krank
sind sie hier und bei allem
einander fremd.

Viele wollen aus großer Not zu uns.
Aber wo wollen wir hin?
Ich habe schlimme Vorstellungen.
Bevor ich sie bestätigt find,
geh ich zurück nach Bethlehem.

 

www.sommerhatgelogen.com

 

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